Filigrane Kunst:
Spitzen für die halbe Welt.

Prettauer Kunsthandwerk: Klöppeln

Prettauer Kunsthandwerk Klöppeln - Kasern, Prettau, Ahrntal, Südtirol
Klöppelkissen
Klöppelspitze
Klöpplerinnen aus Prettau

Prettau/Kasern, am Ende des Tauferer-Ahrntales, ist weit über die Grenzen Südtirols bekannt für seine Klöppelspitzen. Im Ausstellungsraum im "Haus Prettau" und bei Klöppelvorführungen im Naturparkhaus in Kasern, kann man den Frauen bei dieser flinken Handwerkskunst auf die Finger schauen.

Das Klöppeln kam nach Prettau, als das Prettauer Bergwerk vor nunmehr 100 Jahren geschlossen werden musste. Damals verloren sechzig Knappen, darutern vierzig Familienväter, ihren Verdienst. Doch der damalige Pfarrer von Prettau Johann Pescosta, hielt rechtzeitig Ausschan nach neuen Erwerbsquellen für die in jener Zeit wirklich notleidende Prettauer Bevölkerung und kam schließlich auf das Spitzenklöppeln.

So begannen die Prettauer zu klöppeln; und die Arebitsweise ist bis heute dieselbe geblieben. Die Klöppel sind zumeist paarweise an einem Klöppelkissen befestigt. Beim Klöppeln werden die Fäden von mindestens zwei Paar Klöppeln durch Drehen und Kreuzen der Klöppel miteinander verflochten.

Je nach Muster und Klöppeltechnik kann die Anzahl der verwendeten Klöppel bis zu 100 betragen. Dies geschieht meist anhand des darunter befestigten Klöppelbriefes nach vorgegebenem Muster, kann aber auch frei ohne Mustervorgabe erfolgen.

Während des Klöppelns wird die Klöppelarbeit mit Stecknadeln auf dem Klöppelkissen fixiert. Nach der Fertigstellung der Spitze werden sie wieder herausgezogen, um das Werk vom Klöppelkissen abnehmen zu können.

Das am häufigsten benutzte Material für Klöppelspitzen ist Leinengarn, da die Fäden sehr reißfest sind. Es werden aber auch Seiden- und Baumwollgarne verwendet.

In Prettau gibt es auch eine Klöppelschule, welche den Jüngsten der Gemeinde diese traditionelle Südtiroler Handwerkskunst beibringt.

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